Auf der Suche nach Ingmar Bergman

Deutschland 2017

Pünktlich zum 100. Geburtstag des 2007 verstorbenen Filmgenies folgt Margarethe von Trotta den Spuren Ingmar Bergmans – mehr als eine Würdigung! Martin Scorsese, Woody Allen, Ang Lee oder Lars von Trier – all diese Regiegrößen geraten schüchtern ins Schwärmen, wenn sie vom enormen Einfluss Ingmar Bergmans sprechen. Da geht es Margarethe von Trotta nicht anders, die ihn ganz unprätentiös „meinen Meister“ nennt, und dies lange bevor sie – gemeinsam mit ihrem Sohn Felix Moeller – eine sehr persönliche Dokumentation über den schwedischen Ausnahmekünstler fertiggestellt hat. Die Regisseurin begibt sich auf die Suche nach dem Menschen hinter dem Genie, aber auch auf die Suche nach seinem filmischen Vermächtnis, seinen Einflüssen auf die aktuelle Generation von Filmemachern.

Regie
Margarethe von Trotta
Länge
98 min
Programm

Martin Scorsese, Woody Allen, Ang Lee oder Lars von Trier – all diese Regiegrößen geraten schüchtern ins Schwärmen, wenn sie vom enormen Einfluss Ingmar Bergmans sprechen. Da geht es Margarethe von Trotta nicht anders, die ihn ganz unprätentiös „meinen Meister“ nennt, und dies lange bevor sie – gemeinsam mit ihrem Sohn Felix Moeller – eine sehr persönliche Dokumentation über den schwedischen Ausnahmekünstler fertiggestellt hat. Die Regisseurin begibt sich auf die Suche nach dem Menschen hinter dem Genie, aber auch auf die Suche nach seinem filmischen Vermächtnis, seinen Einflüssen auf die aktuelle Generation von Filmemachern. Ihre enge Verbundenheit mit Bergman, der von Trottas die bleierne zeit zu den elf wichtigsten Filmen aller Zeiten zählte und dabei neben Akira Kurosawa, Charlie Chaplin oder Federico Fellini platzierte, blendet sie dabei keineswegs aus. Im Gegenteil: Sie macht die eigenen Erinnerungen zum Teil der Geschichte und schafft so eine Art vertraulicher Verbindlichkeit. Die Interviews mit Bergmans wohl wichtigster Schauspielerin und zeitweiser Lebenspartnerin Liv Ullmann, mit seinem Sohn Daniel oder Gegenwartsregisseuren wie Olivier Assayas bzw. dem eben erst für the square ausgezeichneten Ruben Östlund laufen gerade deswegen nie Gefahr, an der Oberfläche zu dümpeln. Vielmehr erfahren wir wirklich etwas über die kreative und damals innovative Filmkunst und was heute von ihr geblieben ist. Aber auch etwas über die Fragilität des Menschen hinter der Kamera, der so ungeheuer präzise in die seelische Unübersichtlichkeit der Vereinzelten geblickt und dabei die Kunst selbst einmal als Therapie für den Künstler bezeichnet hat. Aus der Vereinzelung kam er trotz einiger Ehen und Kinder nie heraus: „I have always felt lonely in the world out there. That is why I escaped into filmmaking even though the feeling of community is an illusion.“ Illusionen, viel mehr jedoch die Mischung aus höchsten intellektuellen Ansprüchen und künstlerischer Perfektion machen Bergmans Filme so, jawohl, unterhaltsam. Die von der Regisseurin bevorzugten Ausschnitte erinnern daran unmittelbar und lassen uns – angesichts des Zeitgeists – durchaus ein bisschen wehmütig werden.
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