Womit haben wir das verdient?

at 2018

Für die Wienerin Wanda (Caroline Peters), überzeugte Atheistin und Feministin, wird ihr schlimmster Albtraum wahr, als ihre Teenagertochter Nina zum Islam konvertiert, von nun an Fatima heißen und Schleier tragen möchte.

WOMIT HABEN WIR DAS VERDIENT? mit der gerade zur Schauspielerin des Jahres gekürten Caroline Peters in der Hauptrolle ist deftiges und scharfsinniges Komödienkino aus Österreich. Eine aufgeklärte, liberale Patchwork-Familie fragt sich nahezu fassungslos, was bei ihr schiefgelaufen sein könnte. Mit viel Humor und spitzfindigen Dialogen gelingt Regisseurin Eva Spreitzhofer und ihrem grandiosen Ensemble eine herrlich bissige Gesellschaftskomödie über Toleranz und ihre Grenzen.

Quelle: www.womit-haben-wir-das-verdient.de

Regie
Eva Spreitzhofer
Besetzung
Caroline Peters, Simon Schwarz, Hilde Dalik
Länge
92 min
Programm
Yorck loading

Hilfe, meine Tochter ist zum Islam konvertiert! Für die eingeschworene Atheistin und Feministin Wanda ein Albtraum. Nichts und niemand kann die emanzipierte, im Beruf erfolgreiche Chirurgin so aus der Fassung bringen wie ihre pubertierende Tochter Nina, die ab jetzt nur noch Fatima gerufen werden will. Es ist ihr Ernst, und sie weiß genau, wie sie Mutti auf die Palme bringt, schließlich hat sie von ihr die messerscharfe Zunge geerbt! Also mittenrein ins morgendliche Badezimmer, wo sogleich verbal die Klingen gekreuzt werden, dass die Fetzen fliegen – zusammen frühstücken will danach eh keiner mehr. Autorin und Regisseurin Eva Spreitzhofer greift mitten hinein ins pralle Leben und lässt nichts aus: Moschee, Gebetsanleitung, halal, haram und Ramadan, schwule Moslems, aufsässige Muslimas, Ü-40-Witze und eine deutsch-türkische Hochzeit. Wir blicken in Schwimmhallen und erfahren, was ein Burkini, eine Abaya und ein Niqab ist. Christliche Kultur oder muslimische Kultur – Hauptsache Streitkultur! Und was nicht passt, wird passend gemacht: Wie sich hier jede(r) durch seine »Leitkultur« laviert, mogelt, heuchelt und manchmal auch dreist lügt – Doppelmoral inklusive –, das ist, als wär’s ein Stück von Molière und Feydeau, die zusammen gekokst haben: intelligent garstig, rotzfrech, hinterfotzig und hemmungslos lustig. Und dass die Argumente nicht zum Thesenpapier verkommen, dafür sorgt ein Spitzenensem­ble bestehend aus Burgtheaterstar Caroline Peters (bekannt aus der Serie Mord mit Aussicht), über den österreichischen Kabarettisten Marcel Mohab als Wandas Lebensabschnittsgefährten, plus dem heiratslustigen Ex-Mann Harald (Simon Schwarz als phlegmatischer Trottel, der immer alles zu versauen droht, dann aber doch noch die Kurve kriegt), bis hin zur Newcomerin Chantal Zitzenbach – so homogen wie eine Patchworkfamilie eben! Und wenn alle Gewissheiten beseitigt sind, kommt die Erleuchtung: Diese Familienkomödie macht intelligent und stärkt den Kampfgeist. Da wird sogar ein Wort wie Feminismus sexy und beschwingt möchte man, äh frau, am Ende den hinreißenden italienischen »Tango della Femminista« laut mitgrölen ...
nal