The Founder

USA 2016

Es war einmal ... Ray Kroc, der Kopf hinter McDonald’s - das Urbild eines Managers, der zwar extrem clever, aber nicht besonders nett war. Michael Keaton in einer seiner schönsten Rollen. Ein boshaft komischer Trip in die Welt der Aasgeier

Regie
John Lee Hancock
Besetzung
Michael Keaton, Laura Dern, Nick Offerman, John Carroll Lynch
Länge
115 min
Programm

Zu Beginn ist Ray Kroc ein einigermaßen erfolgloser Außendienstverkäufer von Milkshake-Mixern, der übers Land tingelt, um Restaurants zu beliefern. Er kennt sich aus in der Welt der Diner und Barbecues, die um 1950 wie Pilze aus dem Boden schießen. Doch eines Tages lernt er einen Diner kennen, der anders ist. Dieser stark florierende Laden gehört den Brüdern Dick und Mac McDonald. Sie haben ein perfektes System erfunden, mit dem sie schneller und mehr Hamburger verkaufen können. Kroc ist begeistert. Er hat eine Vision, und er lässt nicht locker, bis er die Brüder davon überzeugt hat, mit ihm zusammenzuarbeiten und ihm die Franchise-Rechte für die Gründung eigener Hamburger-Läden zu überlassen. Das ist natürlich nur der Anfang. Aber es ist der Anfang einer Story, die von Ideen, Träumen und Wünschen handelt, aber auch von enttäuschten Hoffnungen, von Verrat, Betrug und natürlich von der unwiderstehlichen Kraft des Geldes. Der Film hat viel von einem tolldreisten Märchen, das in farbenfrohen Bildern eine positive, wahre Geschichte erzählt. Der Schwung der 50er-Jahre wird darin sichtbar, Rock ’n’ Roll liegt in der Luft und der Glaube an bessere Zeiten. Aber der Schein trügt, denn diese Geschichte ist im Grunde böse. Michael Keaton gibt Kroc die Strahlkraft eines Beach Boys, die machtvolle Ausstrahlung eines Operntenors und den bestrickenden Charme eines Kreuzfahrtkapitäns, der sein Schiff sicher durch die Weltmeere lenkt, ganz gleich, was passiert: Er zweifelt niemals daran, wie es scheint, dass alles gut werden wird. Aber Keaton kann noch mehr: Er zeigt die Entwicklung des Kleinbürgers auf dem Machttrip und macht aus dem Kroc zu Beginn keinen aalglatten oder gar fiesen Typen, sondern er zeigt einen durchaus sympathischen, vielleicht etwas schlitzohrigen Mann, der mit großer Beharrlichkeit sein Ziel verfolgt. Links und rechts von ihm fallen alle zu Boden, die sein Tempo nicht mithalten können oder die ihm im Wege sind. Dieser Kerl lässt sich nicht abschütteln und bekommt immer, was er will. Es ist eine einzige Wonne, Keaton dabei zuzuschauen. Er macht den Film zu einem boshaft komischen Trip in die Welt der Aasgeier – und zu einem grandiosen Kinovergnügen.
sic!